One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

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wage21
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von wage21 »

Es rumpelt bei Soravia, einem der größten Immobilienkonzerne Österreichs

https://www.derstandard.at/story/300000 ... sterreichs
[...]"Großes Warnsignal"
Es sei ein "großes Warnsignal, wenn vor einer Insolvenz noch schnell der Sitz geändert wird", urteilt dazu der deutsche Finanzblogger Stefan Loipfinger. "Es besteht ein enormes Risiko der 'asymmetrischen Schadensverteilung', wie das in der Szene genannt wird." Heißt, der Konzern könnte versuchen davonzukommen und Schäden auf Anleger abzuwälzen.[...]
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Stefan Loipfinger
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

Vorhin habe ich die Insolvenzbekanntmachung entdeckt:
Amtsgericht Offenbach hat geschrieben:8 IN 170/24
In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der
SC Finance Four GmbH, Dornhofstraße 100, 63263 Neu-Isenburg (AG Hamburg, HRB 173207),
vertreten durch: 1. Peter Steurer, (Geschäftsführer),
Verfahrensbevollmächtigte des Vertreters zu 1.: Rechtsanwälte Semper Fidelis Hartwich & Tscherne PartmbB, Jakob-Latscha-Str. 3, 60314 Frankfurt am Main,
ist auf Antrag der Antragstellerin gemäß 270a ff. InsO die vorläufige Eigenverwaltung im Eröffnungsverfahren angeordnet worden. Zum vorläufigen Sachwalter ist Rechtsanwalt Dr. Andreas Kleinschmidt in Frankfurt am Main bestellt worden.
Amtsgericht Offenbach am Main, 19.03.2024
Das ist der Sachwalter:
Quelle: Homepage Whitecase
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Stefan Loipfinger
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

Die One Group hat ein FAQ veröffentlicht. Dieses ist hier abrufbar: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Leider sind die Antworten inhaltlich völlig unbrauchbar. Nachfolgend ein paar Beispiele für die Aussagelosigkeit der Antworten. Bezüglich der verbindlichen Aussagen wird indirekt auf eine andere Frage Bezug genommen, in der auf die immer noch nicht finale Portfolioanalyse hingewiesen wird.
Kann es sein, dass mein Geld weg ist?
Die SC Finance Four GmbH ist eine Zwischenstation, welche die Gelder der Anleger aus der ProReal Europa 9 GmbH und ProReal Europa 10 GmbH verwaltet und dann in Projekte investiert. Daher lassen sich hier aktuell keine verbindlichen Aussagen treffen. Sobald hier klar Ergebnisse vorliegen, werden alle Anleger natürlich informiert. Um hier Transparenz zu schaffen, wird ein Anlegerbeirat eingerichtet, der die Interessen der Anleger repräsentiert und am Dialog beteiligt sein wird.
Zum Anlegerbeirat wird ebenfalls nur sehr oberflächlich ausgeführt. Wer sind die Personen, die angesprochen wurden? Welche Rechte hat der Anlegerbeirat? Vieles, das man auch konkret sagen könnte, wenn man es ehrlich meinen würde:
Was ist ein Anlegerbeirat?
Der Anlegerbeirat wird die Interessen der Anleger bündeln. Das Ziel ist, in einem Gremium einen Dialog zu eröffnen und sich engmaschig abzustimmen. Der Anlegerbeirat kann Ideen und Vorschläge aus den Reihen der Anleger einbringen. Ebenso ist der Anlegerbeirat das Vehikel, um Ideen und Vorschläge aus dem Sanierungsprozess in die Anlegergemeinde zu tragen und dort zur Diskussion zu stellen. Er fungiert als Sprachrohr und Schnittstelle. Gleichzeitig wird über den Anlegerbeirat eine schnelle und direkte und damit transparente Kommunikation ermöglicht.
Der Anlegerbeirat wird zu Beginn aus Personen bestehen, die direkt angesprochen werden. Wir empfehlen jedoch zeitnah eine Wahl von Vertretern aus den Reihen der Anleger, um diese entsprechend zu legitimieren.
Bezüglich der Ausgliederungen zahlreicher Gesellschaften wird tatsächlich behauptet, dass das schon lange so geplant wäre. Die Ausgliederungen werden auch als Umgliederung bezeichnet, was m.E. nicht korrekt ist, da die SORAVIA Investment Holding GmbH als bisherige Konzernholding nun raus ist. Und wenn man es wirklich schon lange geplant hätte, dann hätte man es ja auch kommunizieren können und hätte die Aktionen nicht still und heimlich durchgeführt.
Warum wurden vor kurzem Gesellschaften innerhalb des Konzern umgegliedert?
Eine Veränderung von Beteiligungen, ohne dabei den (finalen) wirtschaftlichen Eigentümer (Ultimate Beneficial Owner) zu ändern, ist ein in Konzernen üblicher und gängiger Prozess, der in erster Linie von operativen Überlegungen geprägt ist. Die Soravia hat die One Group GmbH im Sommer 2020 mit der OG Holding GmbH übernommen. Das Geschäftsmodell der ONE GROUP ist die Emission von hochverzinslichen Anlageprodukten, umfasst also keinen operativen Bereich für Immobiliendienstleistungen und ist auch nicht operativ in die Soravia Gruppe integriert.
Die Umgliederung der OG Holding GmbH nebst dazugehörigen Investmentgesellschaften aus dem operativen Konzernteil war daher schon seit langem geplant. Ein zentraler Ausgangspunkt dieser Trennung war das unternehmerische Ziel, das Emissionsgeschäft der ONE GROUP als Dienstleistung für Dritte attraktiv auszugestalten und frei am Markt agieren und wachsen zu können. Die damit verbundene Risikodiversifikation unterstützt auch aufsichtsrechtliche Zielsetzungen, indem das Geschäftsmodell der ONE Group auf einer breiteren wirtschaftlichen Basis gründet.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Lutz Tiedemann »

Sehr geehrter Herr Loipfinger,

das Investment ProReal Europa 10 stört mich außerhalb der Jura schon deshalb, da hier ein Produkt vorliegt, welches gemäß § 5b VermAnlG ab dem 16.08.2021 verboten wurde.

Denn hier liegt ein Blindpool vor.

Im Gesetz steht hierzu: „Vermögensanlagen, bei denen das Anlageobjekt zum Zeitpunkt der Erstellung des Verkaufsprospekts nicht konkret bestimmt ist, sind zum öffentlichen Angebot im Inland nicht zugelassen.“ Richtig ist, dass hier der Prospekt am 08.06.2021 erstellt wurde und daher kurz vor diesem Gesetz der hier in Rede stehende Prospekt an den Mann gebracht wurde. Selbstverständlich mit der Übergangsmöglichkeit und der Übergangsfrist des § 32 VermAnlG, also bis zum 16.08.2022. Mithin haben wir grundsätzlich ein Produkt vorliegen, welches der Gesetzgeber im Finanzmarkt nicht mehr haben möchte. Hierüber erfuhr der jeweilige Investor nichts.

Des Weiteren wird im Prospekt selbst geschrieben, dass die Emittentin das Risiko sieht, dass die entsprechende Vermögensanlage des ProReal Europa 10 einer Erlaubnis nach § 32 KWG bedarf. Dies ist auf Seite 44 des Emissionsprospektes zu finden. Eventuell wäre es hilfreich, den Mittelverwendungskontrolleur die Fragen zu stellen, warum hier der Emittent die Gefahren sieht, respektive das Risiko, dass eventuell gegen das Kreditwesengesetz verstoßen wird. Ebenfalls, dass das Risiko vom Emittenten gesehen wird, dass der Anwendungsbereich des Kapitalanlagengesetzbuches (KAGB) eröffnet ist.

Eigentlich sollte doch bei der Einsammlung vom mehreren Millionen zu 100% feststehen, unter welches Gesetz die Emittentin sich sieht. Oder wurde hier eine juristische Konstruktion gewählt, um gerade nicht unter das KAGB oder KWG zu fallen? Es macht also Sinn, hier mal genauer nachzuhaken.


Mit freundlichen Grüßen


Lutz Tiedemann
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Sparschlau »

Die Frage : Wie sehen es die Juristen, könnte man die Anlage rückabwickeln !
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Marc Gericke »

Ich formuliere es mal so - die Nachrangklauseln sind in den Fonds 7 - 10 unterschiedlich, die "Qualität" der Nachrangklauseln nahm aber zu. Letztlich muss ein Gericht entscheiden, ob die Klauseln transparent sind oder nicht. Beim 9er und 10 stellt sich zudem das Problem, dass die Fonds sehr schlecht da stehen, sodass ein Klageverfahren möglicherweise von einer Insolvenz überholt werden könnte. Solche gerichtlichen Verfahren dauern 1- 2 Jahre und kosten sehr viel Geld. Gerade wegen des Kostenfaktors und der Zeitthematik scheuen viele ein gerichtliches Verfahren.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von wage21 »

Sparschlau
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Sparschlau »

Auch nur Bla Bla von Herrn Soravia , der das Spiel der One Group gerne mitgespielt hat .
Klingt so wie : Selber Schuld wenn ihr so ein Müll kauft .
Womit er sogar recht hat , aber mit Anstand hat das nichts mehr zu tun.
Wenn er ein A... in der Hose hätte , würde er mit seinem Unternehmen zumindest einen Teil der Ausfälle übernehmen.
Aber Moral kennen diese Leute nicht mehr.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von mopswombard »

Sparschlau hat geschrieben: Sa 6. Apr 2024, 17:06 Auch nur Bla Bla von Herrn Soravia , der das Spiel der One Group gerne mitgespielt hat .
Klingt so wie : Selber Schuld wenn ihr so ein Müll kauft .
Womit er sogar recht hat , aber mit Anstand hat das nichts mehr zu tun.
Wenn er ein A... in der Hose hätte , würde er mit seinem Unternehmen zumindest einen Teil der Ausfälle übernehmen.
Aber Moral kennen diese Leute nicht mehr.
der Artikel ist ja von Anfangs März. Und warum sollte er das denn tun? Egal wer, die sind doch keine Samariter. Entscheidend ist doch, was wurde mit dem Geld gemacht. Wurde es ordnungsgemäss angelegt, dann ist es ok. Pleiten gehören zum Wirtschaftsalltag dazu und was gerettet werden kann wird man dann sehen. Ist ja nicht so, das jede Nachranganleihe automatisch ausfällt. In dem Artikel steht ja, das das die Quote immerhin bei rd. 50% sein könnte.

Ich frage mich immer wieder, warum kauft man so einen Müll? Das ist keine Immobilieninvestition sondern Zocken in der Hoffnung, das alles gut geht. Die Chancen sind zwar nicht ganz so schlecht wie beim Lotto, aber eine Rückzahlung ohne Verlust alles andere als eine Selbstverständlichkeit.
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Stefan Loipfinger
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

Erwin Soravia hat nach der Übernahme der One Group auf einer großen Gala-Veranstaltung getönt, dass die Soravia bei Problemen natürlich einstehen würde. Leere Sprüche.
Mopswombard hat natürlich Recht mit der Frage, warum Soravia freiwillig Geld in die Hand nehmen sollte. Aber ich will es mal anderes formulieren:

Soravia hat Projektentwicklungen eingekauft. Ein Teil der Kosten wurde klassisch über Bankkredite finanziert. Soravia stellte etwas Eigenkapital zur Verfügung und dazwischen war das Mezzaninekapital der AnlegerInnen. Damit ist die Reihenfolge bei den Rückflüssen klar: Die Bank bekommt als erstes ihr Geld, dann kommen die AnlegerInnen und zum Schluss die Eigenkapitalgeber. Wenn alles gut geht, entstehen erhebliche Gewinne, die Soravia kassiert. Sie kann ihren Einsatz verdoppeln, verdreifachen oder was auch immer. Die Bank bekommt ihre risikoadäquaten Zinsen. Nur dazwischen, die nachrangigen MezzaninekapitalgeberInnen, werden mit einer Verzinsung abgespeist, wenn alles gut geht. Geht es in die Hose, ist deren Geld weg. Für dieses Risiko ist die Verzinsung eigentlich zu gering.

Zurück zu Soravia: Wie viel Eigenkapital hat sie denn im Feuer? Soravia konnte quasi beliebig Mezzaninekapital der AnlegerInnen in Projekte rein pumpen. Carlo Soravia war bis Dezember Geschäftsführer der insolventen SC Finance Four und hat die Geldflüsse gesteuert. Wie viel Anlegerkapital in welcher Projektentwicklung steckt, wird als Staatsgeheimnis behandelt. Intransparenz gepaart mit willkürlicher Verfügungsgewalt würde wohl kein Profi für eine Verzinsung von 6 bis 7 Prozent akzeptieren.

Soravia hat m.E. derzeit ein Problem: Bei manchen Projekten sollte Mezzaninekapital der AnlegerInnen zurückfließen, das bereits für andere Projekte verplant war. Dort fehlt nun das Mezzaninekapital, was vermutlich Senior-Darlehensgeber nervös machen dürfte. Jetzt muss Soravia tatsächlich Eigenkapital einbringen oder einzelne Projekte aufgeben. Es droht ein Dominoeffekt.

Und noch etwas möchte ich in Bezug auf den Trend-Artikel klarstellen: 50 Prozent als möglicher Rückfluss an die ProReal Europa 9 und 10 ist gelogener Unsinn. Ich kenne eine andere Zahl:

Geschätzte Quote bei der SC Finance Four: 1,7 Prozent!
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von mopswombard »

Man kann jetzt natürlich sich fragen, hat er es auf der Veranstaltung so gemeint oder ist es populistisches Geschwätz, damit Ruhe einkehrt.
Ich weiss es nicht, da ich hier nicht involviert bin. Bei einem bin ich aber dabei und die Frage ist doch wesentlich wichtiger, ob er das nun gesagt hat oder nicht, warum verdammt noch mal kaufe ich so einen Müll. Ich gehe doch auch nicht bei Rot über die Fussgängerampel auf einer belebten Durchgangsstrasse. Das kann gut gehen, nur ist die Wahrscheinlichkeit gross, das dies nicht passiert.
Seit Jahren wird von Ihnen und Anderen gegen die Praktiken im grauen Kapitalmarkt gewettert und gekämpft. Durch das Internet ist der Informationsvorteil der Vertriebler erheblich eingeschränkt worden , ebenso sind die Anreize, am 31.12. noch einen Steuersparfonds zu kaufen, ebenfalls geringer geworden.
Jetzt erscheint es mir jedenfalls so, als wenn Sie gegen Windmühlen gekämpft bzw. kämpfen, da der Gegenwind aus einer Ecke kommt, die sie eigentlich mit ihrem Einsatz schützen wollten.
Liegt es daran, das nach den teilweise zwielichtigen Schiffsfonds, wo bei vielen Anleger die Steuergier das Anlageargument gewesen ist, in den letzten Jahren die Verlockung des schnellen Geldes auf dem Immomarkt zur Ausschaltung der Risikoprüfung geführt haben oder was ist der Grund?

Es ist natürlich eine Verhöhnung seiner Geldgeber, wenn man sich dahingehend öffentlich äussert, da hätten sie den Müll nicht kaufen sollen. Ja, aber warum hat man da investiert oder war man sich als Investor im klaren, das alles andere als ein Totalverlust ein Gewinn ist?
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Sparschlau »

Die Frage warum so ein Müll gekauft wird , habe ich mir in der letzten Zeit des öfteren gestellt . Ich habe es ja auch getan.
Ich glaube es ist eine gewisse Naivität die da mitspielt.
Es sind die tollen Bilder der Prospekte, es wird einem suggeriert alles schön , alles Profis und falls es in die Hose geht, steht da doch ein Konzern der möglicherweise einspringt .
Menschen die Ihr Geld mit ehrlicher Arbeit und der Hände Arbeit verdient haben , können doch garnicht so schlecht denken. Sie vertrauen halt den Worten usw. sie investieren dann ihr Erspartes in der Hoffnung auf ein wenig mehr Zinsen.
Der graue Kapitalmarkt sollte besser reguliert werden, aber vielleicht ist das garnicht gewollt es gibt ja genug Nutznießer.
In der Hoffnung dass es zukünftig weniger Geschädigte gibt.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

mopswombard hat geschrieben: So 7. Apr 2024, 14:19 [...]Seit Jahren wird von Ihnen und Anderen gegen die Praktiken im grauen Kapitalmarkt gewettert und gekämpft. Durch das Internet ist der Informationsvorteil der Vertriebler erheblich eingeschränkt worden , ebenso sind die Anreize, am 31.12. noch einen Steuersparfonds zu kaufen, ebenfalls geringer geworden.
Jetzt erscheint es mir jedenfalls so, als wenn Sie gegen Windmühlen gekämpft bzw. kämpfen, da der Gegenwind aus einer Ecke kommt, die sie eigentlich mit ihrem Einsatz schützen wollten.
Liegt es daran, das nach den teilweise zwielichtigen Schiffsfonds, wo bei vielen Anleger die Steuergier das Anlageargument gewesen ist, in den letzten Jahren die Verlockung des schnellen Geldes auf dem Immomarkt zur Ausschaltung der Risikoprüfung geführt haben oder was ist der Grund?[...]
Ich habe dieses Jahr mein 30-jähriges Jubiläum als freier Fachjournalist mit Schwerpunkt grauer Kapitalmarkt. In der Zeit habe ich ganz viel kommen und gehen sehen. Ost-Immobilienfonds mit Sonderabschreibung, Medienfonds, Schiffsbeteiligungen, Private-Equity-Fonds und vieles mehr. Erstmals 2004 habe ich als Sachverständiger im Finanzausschuss für Verbraucherrechte gekämpft. Seit dem wiederholte sich das unzählige Male und ich habe mittlerweile sehr gut verstanden, wie die politischen Systeme funktionieren, damit Dinge verhindert werden, die von der Finanzindustrie nicht gewollt sind. Aber das hat nichts mit korrupten oder doofen Politikern zu tun, sondern nur mit der Macht des Geldes.

Ein Beispiel: Zu Zeiten der Groko gab es einen Staatssekretär im Finanzministerium, den ich schon aus den 90er Jahren flüchtig kannte. Er wollte wirklich etwas für den Verbraucherschutz im grauen Kapitalmarkt tun und es gab mehrere Gespräche. Ich konnte ganz offen meine Ideen vortragen, wie Dinge verbessert werden könnten. Am Ende gab es einen 10-Punkte-Plan, der öffentlich vorgestellt wurde. Kernthema war das Blind-Pool-Verbot und eine Mittelverwendungskontrolle. Ab da wusste die Branche, was auf sie zukommt. Also hat man über alle möglichen Kanäle Einfluss auf den weiteren Gesetzgebungsverlauf genommen. Die Kernthemen sind am Ende geblieben, wurden aber durch Kompromisse und geschickt eingebaute Lücken im Gesetz zum zahnlosen Tiger.

Ja, es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Nur eine Demokratie kann nicht anders funktionieren. Schlimm finde ich hingegen, wenn Menschen nur schimpfen, aber nichts unternehmen. Bitte nicht persönlich nehmen, aber das wahre Problem ist die Macht des Geldes, die halt nur diejenigen schützt, die Geld haben und es zum Erhalt ihrer Interessen einsetzen. Die Masse gibt kein Geld aus zum Schutz ihrer Interessen. Das sieht man auch in diesem Forum, das nur auf freiwilligen Zahlungen basiert. Einige sehen es ein, die meisten ziehen ihren Nutzen daraus ohne dafür freiwillig ein paar Euro zu bezahlen. Aber auch das ist ein Preis für die Demokratie.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von mopswombard »

Stefan Loipfinger hat geschrieben: Mo 8. Apr 2024, 08:04 Schlimm finde ich hingegen, wenn Menschen nur schimpfen, aber nichts unternehmen. Bitte nicht persönlich nehmen, aber das wahre Problem ist die Macht des Geldes, die halt nur diejenigen schützt, die Geld haben und es zum Erhalt ihrer Interessen einsetzen. Die Masse gibt kein Geld aus zum Schutz ihrer Interessen. Das sieht man auch in diesem Forum, das nur auf freiwilligen Zahlungen basiert. Einige sehen es ein, die meisten ziehen ihren Nutzen daraus ohne dafür freiwillig ein paar Euro zu bezahlen. Aber auch das ist ein Preis für die Demokratie.
da bin ich nicht bei Ihnen oder wie erklären sie sich den doch sehr hohen Anteil von Rechtschutzversicherten? Ich kann mich noch aus meiner Zeit in D daran erinnern, das gerade es hier eine grosse Anzahl von Personen gab, die gegen die Bank mit fadenscheinigen Argumenten vor Gericht gezogen sind, obwohl sie ganz genau gewusst haben, das sie kein Recht bekommen.

Ich unternehme nichts, da meine Investitionen im Verhältniss zu meinem Vermögen sehr überschaubar waren und ich wegen ein paar Tausende Euro keinen Rechtsstreit in einem anderen Land anfangen will und ausserdem u.a. noch die horrenden Schweizer Honorare selbst bezahlen muss. Das ist eine Kosten/Nutzen Rechnung.
Hier wird aber leider geschimpft, aber wenn man dann schreibt, ja dann verklagt doch die Anbieter/Vermittler etc. wenn sie euch falsch beraten haben, dann kommt in den wenigsten Fällen eine Resonanz.
Solange ich aber als Anleger noch nicht einmal die kleinen Verbesserungen ihrer und anderer Arbeit in die Tat umsetze, muss man sich nicht wundern, das es Anbieter gibt, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

mopswombard hat geschrieben: Mo 8. Apr 2024, 10:55 da bin ich nicht bei Ihnen oder wie erklären sie sich den doch sehr hohen Anteil von Rechtschutzversicherten? Ich kann mich noch aus meiner Zeit in D daran erinnern, das gerade es hier eine grosse Anzahl von Personen gab, die gegen die Bank mit fadenscheinigen Argumenten vor Gericht gezogen sind, obwohl sie ganz genau gewusst haben, das sie kein Recht bekommen.
Mir hat erst heute jemand ein Akquiseschreiben der Kanzlei SGR Schiller & Gloistein zu One Group auf den Tisch gelegt. Gleich auf der ersten Seite heißt es:
Vollständige Rückerstattung durchsetzen – Totalverlust vorbeugen
Nach unserer Ansicht steht Ihnen ein Anspruch auf vollständige Rückerstattung Ihres Investments zu. In der aktuellen
Situation bestehen gute Erfolgsaussichten, dass Sie das gesamte investierte Kapital zurückerhalten.[...]
Dann kommt viel allgemeine Argumentation zum verbotenen Bankeinlagengeschäft. Zum Schluss wird zusammengefasst:
Wichtig – alle Verträge mit der One Group rückabwickeln – Insolvenzgefahr

Wir empfehlen Ihnen dringend und sofort, alle Verträge mit den Gesellschaften der One Group aufzulösen, da nach unserer Einschätzung von einer baldigen Entspannung der Marktlage im Bereich der Real Estate Investments sowie von einer nachhaltigen Erholung der Unternehmensgruppe nicht mehr ausgegangen werden kann – im Gegenteil.
Es handelt sich aller Voraussicht nach sogar um einen Sachverhalt, der auch die BaFin künftig beschäftigen wird, sobald die Verstöße gegen das KWG aufgedeckt werden. Auch Verstöße der One Group gegen die gesetzlich festgelegten Ad-hoc-Mitteilungspflichten stehen weiterhin im Raum. Es steht daher zu befürchten, dass in absehbarer Zeit auch weitere Beteiligungen zunehmend unter finanziellen Druck geraten und der Geschäftsbetrieb in seiner bisherigen Form zu kollabieren droht.
Um Ihr Investment zu schützen besteht daher akuter Handlungsbedarf.
Ich finde eine Mandantenakquise in diesem Stil unseriös.

Und noch eine Bemerkung zu den Rechtsschutzversicherungen: Bei den meisten Rechtsschutzversicherungen sind mittlerweile Kapitalmarktthemen ausgeklammert. Nur noch ganz wenige Versicherte haben alte Policen, die hier noch weiterhelfen.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Marc Gericke »

Die Begründung ist m.E. dünn, denn dass das zu einem außerordentlichen Kündigungsgrund führt, halte ich für fraglich.

Viel interessanter ist das Stabilitätskonzept der OneGroup. Das ist mir jetzt schon ein paar mal untergekommen. Ich füge es mal unten an (kann man heute noch im Netz finden). Wer das von seinem Anlageberater bekommen hat oder wem der Anlegeberater so etwas erzählt hat (auch wenn der das irrigerweise für bare Münze genommen hat) hat möglicherweise vor Gericht bessere Chancen....
Dateianhänge
ProReal-Stabilitaetskonzept.pdf
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Rubin »

Betrifft den aktuellen Proreal Europa 11 (AIF) der im Vertrieb ist.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von mopswombard »

Marc Gericke hat geschrieben: Mi 17. Apr 2024, 19:33 Die Begründung ist m.E. dünn, denn dass das zu einem außerordentlichen Kündigungsgrund führt, halte ich für fraglich.

Viel interessanter ist das Stabilitätskonzept der OneGroup. Das ist mir jetzt schon ein paar mal untergekommen. Ich füge es mal unten an (kann man heute noch im Netz finden). Wer das von seinem Anlageberater bekommen hat oder wem der Anlegeberater so etwas erzählt hat (auch wenn der das irrigerweise für bare Münze genommen hat) hat möglicherweise vor Gericht bessere Chancen....
interessant wäre für die geschädigten Anleger zu wissen, ob die Aushändigung ein Bestandteil des Vertrages war und wenn nicht, ob es dann für sie genauso Gültigkeit hätte, sprich vor Gericht, wie bei denjenigen, die es ausgehändigt bekamen.
Mit diesen Unterlagen fährt man m.E. besser, als mit einer Rückabwicklung mit der obigen Begründung.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Marc Gericke »

War es natürlich nicht, aber das ist immer das Problem: Was steht im Prospekt und was nicht und was wird "nebenbei" noch so übergeben und erzählt. Deshalb muss m.E. in jedem Fall ein konkreter Bezug zur Anlage hergestellt werden, sonst wird es schwierig.....
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Arbab »

Dieses Stabilitätskonzept bezieht sich ausschließlich auf den PR 11. Und der ist als AIF komplett anders konzipiert als die Vermögensanlagen.

Das hat also nichts miteinander zu tun.
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

Die Stiftung Warentest hat heute einen Beitrag veröffentlicht, wonach den AnlegerInnen von ProReal 9 und ProReal 10 ein Totalverlust droht. 1,7 Prozent Quote könnten laut dem Insolvenzantrag der SC Finance Four übrig bleiben. Soravia hat gegenüber der Stiftung Warentest eingeräumt, dass bei einem Scheitern der Sanierungsbemühungen ein Totalverlust zu erwarten sei. Den Hammer finde ich, dass im Jahres­abschluss der SC Finance Four GmbH für das Geschäfts­jahr 2022 ist als Anlage eine Auskunft der Geschäfts­führung zu bestands­gefähr­denden Risiken beigefügt ist. Dort heißt es laut Stiftung Warentest: „Zudem liegt eine Absichts­erklärung der Soravia Investment Holding GmbH als Allein­gesell­schafterin der SC Finance Four GmbH (ehem. SORAVIA Capital Four GmbH) für eine Kapital­ausstattung im Bedarfs­falle vom 30.06.2023 vor.“ Soravia Deutsch­land betonte in der Stellung­nahme an Stiftung Warentest, die „Absichts­erklärung begründet keinen Zahlungs­anspruch gegen­über der Soravia Investment Holding GmbH“.
ProReal 9 und 10
Anlegern droht bei zwei Angeboten der One Group ein Total­verlust

Problemfälle des österrei­chischen Immobilien­konzerns Soravia bescheren Anlegern der deutschen Tochter One Group einen Komplett­ausfall. Das legt ein Insolvenz­antrag nahe.

Anle­gerinnen und Anleger von zwei Anla­geangeboten der One Group aus Hamburg müssen sich auf einen Total­verlust einstellen. Sie haben Geld in die nach­rangigen Schuld­verschreibungen „ProReal Europa 9“ und „ProReal Europa 10“ gesteckt. Bei Schuld­verschreibungen verleihen Anleger zum Beispiel an Firmen Geld gegen Zinsen. Insgesamt geht es um 278 Millionen Euro. Das legt der Insolvenz­antrag der SC Finance Four GmbH, Neu-Isenburg, früher Hamburg, vom 8. März 2024 nahe, der am Insolvenzge­richt Offenbach einge­reicht wurde und der Finanztest vorliegt. [...]
Der gesamte Beitrag ist hier abrufbar: https://www.test.de/ProReal-9-und-10-An ... 6114639-0/
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Sparschlau
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Sparschlau »

Kein Zahlungs­anspruch gegen­über Soravia

Inwieweit hätte zudem Soravia einspringen müssen? Im Jahres­abschluss der SC Finance Four GmbH für das Geschäfts­jahr 2022 ist als Anlage eine Auskunft der Geschäfts­führung zu bestands­gefähr­denden Risiken beigefügt. Dort heißt es: „Zudem liegt eine Absichts­erklärung der Soravia Investment Holding GmbH als Allein­gesell­schafterin der SC Finance Four GmbH (ehem. SORAVIA Capital Four GmbH) für eine Kapital­ausstattung im Bedarfs­falle vom 30.06.2023 vor.“

Soravia Deutsch­land betonte in der Stellung­nahme an Stiftung Warentest, die „Absichts­erklärung begründet keinen Zahlungs­anspruch gegen­über der Soravia Investment Holding GmbH“.

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Marc Gericke
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Marc Gericke »

Im Grunde geht es immer darum, ob es eine harte oder weiche Patronatserklärung ist. Wenn es nur eine Absichtserklärung (LOI) ist, was keinen Zahlungsanspruch begründet, kann das eine Frage bei der Beurteilung der positiven Fortführungsprognose sein. Viel schlimmer ist jedoch, dass im Moment irgendwie alle so tun, als gäbe es diese Absichtserklärung nicht......
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von mopswombard »

Marc Gericke hat geschrieben: Mo 22. Apr 2024, 13:58 Im Grunde geht es immer darum, ob es eine harte oder weiche Patronatserklärung ist. Wenn es nur eine Absichtserklärung (LOI) ist, was keinen Zahlungsanspruch begründet, kann das eine Frage bei der Beurteilung der positiven Fortführungsprognose sein. Viel schlimmer ist jedoch, dass im Moment irgendwie alle so tun, als gäbe es diese Absichtserklärung nicht......
da freuen sich doch jetzt schon diverse Anwälte. Mal schauen, ob der Fall innerhalb einer Dekade abgeschlossen ist.

Ist in dem Fall eigentlich D oder A der Gerichtsstand? Falls es A ist, freut sich mit Sicherheit die Volksanwaltschaft. Die lieben solche Herrschaften. Es war immer köstlich, sich das im Fernsehen anzuschauen, keine Ahnung ob es die Sendung heute noch gibt.
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Stefan Loipfinger
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Re: One Group: Erste Insolvenz nach Aussetzung der Zinszahlung

Beitrag von Stefan Loipfinger »

Mir liegen neue Erkenntnisse zu ProReal Europa 9 und 10 vor, die einen weitgehenden Totalverlust für die AnlegerInnen erwarten lassen. Dazu habe ich heute einen ausführlichen Bericht auf meinem Blog veröffentlicht.
Drohender Totalausfall
Schlechte Nachrichten für ProReal Europa 9 und 10
Für 11.000 AnlegerInnen der Vermögensanlagen ProReal Europa 9 (PRE9) und ProReal Europa 10 (PRE10) sind die Informationen aus dem Insolvenzantrag ihres Investments SC Finance Four GmbH (SCF4) ein Aneinanderreihung von Hiobsbotschaften. Zu erwarten ist demnach ein fast vollständiger Verlust der Anlegergelder. Der Antrag wirft aber auch starke Zweifel hinsichtlich des gesamten Finanzierungskonstrukts auf, das auf sehr wackeligen Beinen stand. Konkrete Fragen von Investmentcheck wurden nicht mehr beantwortet, weil SORAVIA sich derzeit lieber auf „die Aufgabenstellungen im Rahmen der Sanierung konzentrieren“ möchte.
Der vollständige Bericht ist hier abrufbar: Drohender Totalausfall
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